Wie versprochen, geht es noch weiter mit dem Schüren des
Dänemarkjiepers…Was das heutige Rezept mit unseren ganz speziellen
Dänemarkerfahrungen zu tun hat…

Das kann ich euch natürlich erzählen… Es war vor Jahren, ich habe Herrn Tausendschön, der damals noch garnicht Herr Tausendschön war, in Hamburg kennengelernt. Die erste Phase wie “ Ich deponiere dann mal eine zweite Zahnbürste bei dir“ und “ Hier mal zur Sicherheit mein Hausschlüssel“ hatten wir schon hinter uns gebracht. Jetzt war Zeit für die erste, wirklich ernsthafte Prüfung unserer noch „jungen“ Liebesgeschichte. Der erste gemeinsame Urlaub! Für mich stand fest, MEIN Urlaub muss natürlich wie immer in Richtung Süden gehen – am liebsten Italien. Zumal unser erster gemeinsamer Urlaub für den damals wirklich ungünstigsten Zeitpunkt gewählt war, in einem mal wieder regnerischen Oktober in Hamburg. Nix wie weg da und ab in die Sonne. Pustekuchen – ich habe die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Herr „Pre-Tausendschön“ wollte mir „sein“ Dänemark zeigen und bestand darauf. Tja, was macht man nicht alles, wenn man frisch verliebt ist – man will den anderen ja nicht verärgern (glaubt mir, inzwischen geben ich soooo schnell nicht mehr nach) – man fährt nach Dänemark. Im Oktober, bei Regenwetter und mit einem kleinen MX5 vollgepackt mit allerlei Lebensmitteln, denn die sparsame Schwäbin hat sich ja über die horrenden Lebensmittelpreise in Dänemark informiert. Ich glauibe, Ihr wißt, dass Herr Tausendschön knapp über 1,90m misst und somit gaben wir wohl ein ziemlich lustiges Bild ab – Mann mit Kopf an Autoverdeck, Fahrerin knapp übers Lenkrad guckend und Kaffee und Dauerwurstpakete hinten auf der Ablage, denn diese hatten im Kofferraum keinen Platz mehr. In Dänemark angekommen, unser erstes Ferienhäuschen direkt neben den Bahnschienen entdeckt, den Bäcker in ca. 4 km Entfernung ausfindig gemacht… alles wird gut! Es war der schönste erste gemeinsame Urlaub, den ich je irgendwo verbracht habe – und es gab jeden Tag ein Stück von diesem wunderbaren dänischen Plundergebäck… entweder als Nachtisch, als Frühstück, als Kaffeestück oder abends beim „Risikospielen“ vor dem Bullerofen, den wir ja anheizen mussten – denn Dänemark im Oktober kann ganz schön kalt sein :-)
Hach, ich könnte euch noch stundenlang vom Drachensteigenlassen, von Kwickly, von langen Strandspaziergängen, von netten dänischen Handwerkern, von Dünen und Wellen etc erzählen.. aber dann habe ich ja nichts mehr für den nächsten Post :-) Also gibt es jetzt das leckere Rezept zu diesen typischen dänischen (wie wir Schwaben sagen würden) „Süssen Stücklen“
Dänischer Plunderstrudel mit karamellisierten Äpfeln und Kardamomglasur
Zutaten:
Für den Punderteig
1 Päckchen Trockenhefe
90 ml Sahne
1 Ei
180 g weiche, gewürfelte Butter
360 g Mehl
30 g braunen Zucker
Zesten einer Zitrone
1/2 Tl Kardamom
Für die Apfelfüllung
40 g gewürfelte Butter
2 große säuerliche Äpfel
50 ml Calvados
80 g Puderzucker
Zitronensaft einer halben Zitrone
Glasur
160 g Puderzucker
1/2 TL Kardamom
2 TL Milch
2 TL Zitronensaft
Zubereitung
Die Trockenhefe mit 80 ml lauwarmen Wasser vermischen und ca. 5 Minuten stehen lassen, bis sich Schaum bildet. Dann die Sahne und das Ei zugeben und mit dem Handmixer oder der Küchenmaschine verrühren. In einer anderen Schüssel das Mehl, die Butter, Zucker, Zitronenzesten und Kardamom mit dem Knethaken vermischen, bis die Butterstücke ca. erbsengroß sind. Anschliessend die Hefe – Ei Mischung dazugeben und solange durchkneten bis ein homogener Teig entstanden ist. 
Diesen nun in Frischhaltefolie oder einen Gefrierbeutel geben und für mindestens 4 Stunden (geht auch über Nacht) in den Kühlschrank geben.  
Und nun geht die Arbeit los, den Teig auf einer bemehlten Fläche zu einem Rechtecht ausrollen und falten. Zuerst das obere Drittel bis zur Mitte und dann das untere Drittel, danach die selbe Prozedur von links und rechts bis ein Teigquadrat entstanden ist. Dieses wieder in Frischhaltefolte packen und ab damit in den Kühlschrank. Dort ca. 30 Minuten ruhen lassen. Danach den Teig mit den Nahtstellen nach unten wieder auf die bemehlte Fläche und die Ausroll und Faltprozedur nochmals wie oben beschrieben. Nochmal in den Kühlschrank noch die Prozedur nochmals von vorne. Den Teig in den Kühlschrank packen bis sie Apfelfüllung fertig und abgekühlt ist.
Butter in einer großen Pfanne zum Schmelzen bringen und sobald sie schäumt die gewürfelten Apfelstücke dazugeben. Ca. 2-3 Minuten köcheln lassen. Den Puderzucker darüber sieben und verrühren, bei gelegentlichem Rühren karamellisieren lassen ( das dauert ca 5-8 Minuten). Den Calvados und den Zitronensaft zugeben und nochmals umrühren und solange köcheln lassen bis die Flüssigkeit zu einem Karamell wird. Abkühlen lassen und ggfs. überschüssige Flüssigkeit abschütten.
Den Ofen auf 180 C vorheizen. 
Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und zu einem Rechteck ( ca. 25 x 30 cm) ausrollen. Diesen in eine gefettete und bemehlte rechteckige Form ( ich habe eine längliche Tarteform genommen) legen, die schmale Seite nach vorne, so dass der Teig rechts und links überhängt. Nun die Apfelfüllung auf dem Teig verteilen und die überhängenden Teigränder mit der Schere zu ca. 1 cm breiten Streifen bis zur Form einschneiden und abwechselnd von rechts und links „verflechten“. Mit verquirltem Eigelb bestreichen und ca. 15-20 Minuten backen bis der Plunder eine dunkle goldene Farbe angenommen hat.
Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.
Für die Glasur alle Zutaten gut verrühren und über dem Plunder verteilen. Wer mag, kann noch wie ich, entweder gehackte Haselnüsse oder Mandeln darauf verteilen.

14 Kommentare
  1. sweetpie.de sagte:

    Oooh, das sieht aber lecker aus! Ist davon noch was über? Dann komm ich mal eben flux vorbei ;)
    Ich habe schon von soooo vielen gehört, dass Dänemark ein ganz tolles Land sein soll. Bisher hat es mich nicht dahin gezogen… wer weiß, vielleicht beim nächsten Mal :)

    Liebste Grüße und einen schönen Sonntag,
    Nadine

  2. trickytine sagte:

    meine liebe tina,

    schwäbische stückle mit kardamomglasur….ich glaube, ich beantrage die dänische staatsangehörigkeit!

    schöne geschichte, traumhafter strudel, alles voll nach meinem geschmack! :)

    habt einen wundervollen sonntag, ihr zwei!
    deine trickytine

  3. Tonkabohne Sabine sagte:

    Liebe Tina,
    Köstlich sehen die süßen Stückle aus :-)
    Ein tolles Rezept hast Du da aus dem Ärmel gezaubert, beim Anblck der schönen Bilder bekommt man sowas von Lust auf ein Stückle.
    Herzliche Grüße,
    Sabine

  4. milchmaedchen sagte:

    Liebe Tina –
    gerade angefangen damit. Dummerweise scheinen die Mengenverhältnisse für den Teig net ganz aufzugehen: Als ich das Hefe-Sahne-Ei-Gemisch zum Mehl goss, hatte ich eher Pfannkuchen-Konsistenz denn knetbaren Hefeteig. Musste ordentlich Mehl dazugeben – schade!

    • admin sagte:

      Ohhh, das tut mir leid – ich habe gerade den Tipfehler entdeckt – es soll heißen 360 g Mehl.. keine Ahnung was da passiert ist :-( Ich hoffe, es klappt jetzt !

    • milchmaedchen sagte:

      Ich hab' einfach "nach Gefühl" mehr Mehl dazugetan – man weiß ja, wie sich Hefeteig ungefähr anfühlen muss. Kann nachher mal wiegen, ob's tatsächlich die fehlenden 120g waren…

    • milchmaedchen sagte:

      Also, bei mir waren's 165g Mehl mehr, allerdings habe ich auch mit den ursprünglichen 100ml Sahne gearbeitet. Ist aber trotz der ersten Irritation sehr gut geworden. Ich habe die Hälfte des Teiges mit Zimt-Zucker gefüllt und die andere mit Ofen-Apfel-Kompott. Vor allem letzteres: lecker!

  5. Anna sagte:

    Guten Morgen liebe Tina!
    Nun bin ich auch endlich dazu gekommen, deine Geschichte zu lesen, die sooo cool ist. Mein Mr. M hat mich im letzten Jahr im August in "SEIN" Valencia gebracht. Es war auch unser erster gemeinsamer Urlaub, aber ich kann darüber heute genauso schmunzeln wie du :-) Solche Geschichten sind doch wirklich schön!!!

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