Eigentlich müsste ich ja aufgrund
meiner Familienhistorie Marille zu den kleinen rotwangigen Früchtchen
sagen. Ja, eigentlich bin ich als Kind einer österreichischen Mama dazu
verpflichtet. Ich bin als kleines Kind mit Marillenknödeln aufgewachsen –
Kennt Ihr diese unsagbar leckeren Bällchen mit einer Marille als
Füllung und dann gewälzt in süßen Semmelbröseln?? Unfassbar lecker  –
ich habe Omis Rezept schon *hier*
für Zwetschgenknödel missbraucht. Auch sehr lecker! Als ich dann älter
wurde, bin ich dann in den Genuss von Uropas selbstgebranntem
Marillenschnaps gekommen, abgefüllt in Literflaschen, damit es sich auch
lohnt :-) und so lecker, dass ich damals die ganze Clique damit
infiziert habe und ich zu keiner Party erscheinen durfte ohne diese
ominöse Flasche als Mitbringsel dabei zu haben. Leider ist mein Uropa
jetzt schon lange tot, klar bringe ich mir aus jedem Urlaub oder von
jeder Durchfahrt aus Österreich Marillenschnaps mit. Aber sooo gut wie
seiner hat mir keiner mehr geschmeckt!
Also
machte ich mich auf die Suche nach weiteren Köstlichkeiten mit der
kleinen Marille –  vielleicht mal ohne Alkohol Frau Tausendschön, ne?!
Und siehe da, sie lassen sich wunderbar zu allerlei tollen Süßigkeiten
verarbeiten, hier *klick*
zum Beispiel war sie schonmal im Spiel und heute spielt sie ebenso die
Hauptrolle, unterstützt von allerlei kleinen Geschmackshelferleins in
den Nebenrollen.

Heute wird der kleine Wonneproppen unterstützt von einer luftigen Haselnuss-Baiser Masse und einem Hauch Orangenblütenwasser… ein Träumchen oder besser gesagt ein Marillen – Luftikuss! Zugegeben, es dauert seine Zeit bis sie verspeist werden kann, aber das Warten lohnt sich. Das verspreche ich Euch! :-)

Zutaten (für 4 Törtchen):
150 g Zucker
1 1/2 TL Orangenblütenwasser
500 g Aprikosen (ähhhm Marillen), gewaschen, entsteint und halbiert
3 Eiweiß
Prise Salz
200 g Zucker
2 TL Mehl
1/2 TL Essig
2 Handvoll grob gehackte, geröstete Haselnüsse
250 ml Sahne
Zubereitung:
150 g Zucker und 100 ml Wasser in einem Topf bei mittlerer Hitze erwärmen. Solange rühren bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat und die Flüssigkeit anfängt zu köcheln. Danach ca. 2 Minuten köcheln lassen. Anschliessend die Aprikosenhälften und das Orangenblütenwasser dazugeben und in der Zuckersud köcheln lassen bis die Aprikosen weich sind.
Den Kompott in einen Mixer geben und solange mixen bis eine Art Püree entsteht. Dieses in eine Schüssel umfüllen, abdecken und zum Abkühlen in den Kühlschrank geben.
Den Ofen auf 120C vorheizen. Um eine einigermaßen runde Baiserform (also nicht so wie bei mir :-)) zu bekommen, am besten auf  2 Blatt Backpapier 12 runde Kreise vorzeichnen (ca.8 cm Durchmesser).
Das Eiweiß zusammen mit dem Salz aufschlagen bis es leicht steif wird. Danach löffelweise den restlichen Zucker zugeben und solange schlagen bis die Masse fest und glänzend ist. Dann das Mehl und den Essig unterrühren. 
Die Hälfte der gehackten Haselnüsse mit einem Löffel unterheben. Die Masse mit einem Teelöffel auf die vorbereiteten Kreise geben und einigermaßen glatt ziehen. Die restlichen Haselnüsse darauf streuen.
Im vorgeheizten Ofen ca. 1 Stunde backen, anschließend den Ofen ausschalten und die Baisers im Ofen lassen bis sie abgekühlt sind.
Sahne steif schlagen und die Hälfte des Aprikosenpürees unterheben.
4 Baisers als Böden verwenden und mit einem Löffel die Aprikosensahne darauf verteilen, danach noch das pure Aprikosenpüree darüberträufeln. Mit einem weiteren Baiser abdecken und nochmal das ganze mit der Sahne/Aprikosenpüree bedecken. Zum Abschluss noch den letzten Baiser darauf setzen. Ich habe nochmal einen Löffel Püree und Puderzucker darübergegeben.

5 Kommentare
  1. SelbstgemachteDinge sagte:

    Hallo liebe Tina,
    schöne Geschichte rund um die Marille. Mariellenknödel sind schon was ganz leckeres. Bei uns gibts zur Zwetschgenzeit immer Zwetschgenknödel. Dein Rezept werde ich mir gleich mal abspeichern. Die Zutaten – mit Orangenblütenwasser und Essig – find ich superinteressant. Muss ich unbedingt mal testen.
    Einen süßen Sonntag,
    Manuela

  2. Toni sagte:

    Hmmm, nomnom! Ich stehe voll auf Aprikosen!!!
    Wäre es für dich okay, wenn ich dir Ende Juni einen Waffelgastpost zusende? :)
    Jetzt wo ich mein Abi habe, ist das entspannter!

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  1. […] wenigstens mein Eis am Stiel selbst produzieren kann. Ich hatte ja vor ein paar Tagen die luftigen Aprikosen-Baiser Törtchen gepostet und irgendwie war ich ganz verliebt in diesen leicht orientalischen Touch des […]

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