Wir wohnen in einer kleinen Stadt! Einem Städtle wie wir Süddeutschen zu sagen pflegen. Es ist klein, schnucklig, hat aber dennoch eine genügend große Infrastruktur, die meinen Großstädter Herrn Tausendschön sich nicht als Eremiten wähnen läßt. Als ich in Hamburg heimwehgeplagt nach meiner alten Heimat ( ich bin hier in der Gegend aufgewachsen) so lange rumquengelte, dass ich mir doch gut vorstellen könnte, wieder nach Hause in die Nähe meiner Eltern zu ziehen, wurde es meinem Nordlicht eher etwas schwummrig. Die Vorstellung hier in Baden-Württemberg in einem kleinen Kaff zu wohnen, in dem es mit gut Glück vielleicht einen Bäcker und eine Tankstelle gibt (natürlich an einem Sonntag geschlossen, wer braucht denn sonntags schon frische Brötchen zum Frühstück?) hat ihm und mir zugegebenermaßen schon, nach unseren  tollen „großstädtischen, aufregenden und spannenden“ Jahren in Hamburg, etwas erschreckt. Also, ist es eben dieses kleine Städtle geworden.. Kino, genügend gute Restaurants, etwas mittelalterliches Flair, Ärzte.. und Bäcker, die sonntags offen haben :-). Aber.. eben auch so ländlich, dass der Nachbar rechts uns im Sommer mir Zucchini überschwemmt, die alte Dame gegenüber, die wahrscheinlich ihr kleines „Gemüsegärtle“ (wir sind in Baden-Württemberg, ihr erinnert euch?) schon seit 60 Jahren pflegt und hegt und die besten Tipps gegen allerlei Ungemach in meinen Hochbeeten parat hat. Und.. der linke Nachbar, der einen soooo großen Kirschenbaum im Garten hat und ich jedes Jahr mit einem Riesenkorb Kirschen beglückt werde, die soooo saftig süss, wurmlos und wunderschön rot sind. Es wird also die Tage noch ein paar Kirschrezepte geben… alle hatten nicht in diesen wundervollen Kuchen gepasst :-)

Mein Lieblingsmürbeteig, Kirschen unter der Mascarpone und Kirschen obendruff…. schnell gemacht, wenn einen der große Kirschjieper packt und am besten leicht gekühlt. Ein Träumchen. Da ich mit zu der Mascarpone eine leicht säuerliche Note ganz gut vorstellen konnte, habe ich zu den Nachbarskirschen auch noch ein paar Sauerkirschen, die ich zufällig beim Gemüsehändler meines Vertrauens erspäht hatte, verwendet. Und das war eine gute Entscheidung.. sehr lecker :-)

 Zutaten:

Für den Mürbeteig:
200 g Mehl
100 g Butter
70 g Puderzucker
1 Prise Salz

1 Ei
Für den Belag:
2 Handvoll Süsskirschen
1 Handvoll Sauerkirschen
2 TL Vanillepuddingpulver
2 TL Kirschwasser
2 TL Wasser
2 TL Zucker
Für die Crème:
200 g Mascarpone
200 ml Sahne
1 Päckchen Vanillezucker
Zitronenabrieb von einer unbehandelten Zitrone
Deko – Kirschen und Puderzucker

Zubereitung:

Für den Mürbeteig alle Zutaten ( Mehl, Ei, Butter und Puderzucker) zu
einem glatten Teig verkneten und in Frischhaltefolie einwickeln. Ca. 1
Stunde im Kühlschrank kalt stellen. In der Zwischenzeit eine Tarteform (Tipp: Kauft Euch auf alle Fälle eine mit herausnehmbaren Boden) fetten
und den Ofen auf 180 C vorheizen. Den Teig ausrollen und in die
Tarteform einpassen und nochmals ca. 20 Minuten in den Kühlschrank stellen. Den Boden mehrfach mit einer Gabel einstechen. Mit
Backpapier bedecken und Hülsenfrüchte zum Blindbacken daraufgeben. Ca.
15 Minuten abgedeckt backen. Danach die Hülsenfrüchte entfernen und
nochmals ca. 5 Minuten ohne Belag in den Ofen geben. Herausnehmen.
In der Zwischenzeit die Kirschen waschen, entsteinen und halbieren. Zusammen mit dem Vanillepuddingpulver, Wasser, Zucker und Kirschwasser in einen Topf geben und leicht köcheln lassen bis die Masse leicht anzieht. Diese dann auf den vorbereiteten Mürbeteigboden geben und nochmals ca. 20 Minuten backen.
Herausnehmen und vollständig abkühlen lassen. 
Die Mascarpone mit dem Vanillezucker und dem Zitronenabrieb verrühren. Die Sahne steif schlagen und unter die Mascarponemasse heben. Auf dem Kuchen verteilen und mit Kirschen belegen. Am besten nochmals ca. 20-30 Minuten in den Kühlschrank stellen. Danach mit Puderzucker bestreuen, servieren.. fertig! :-)

26 Kommentare
  1. LÖwin.g sagte:

    Oh wie lecker… ich esse auch grad die Kirschen von Nachbars Garten…. allerdings vom LÖwenmädchen selbstgepflückt… der Nachbar will seit 2 Jahren die Einfahrt verbreitern und den Kirschbaum fällen, weil er selber ja echt nicht plückt…. mir kommt vor seit dieser Drohung produziert der Baum noch schönere, größere, saftigere, süßere… Kirschen… Einbildung denkst du?… Mitnichten *lach
    LG Birgit
    PS. Leider bin ich ein Backlegastheniker und kann Mürbteig schon gar nicht.. mal sehen ob es mit einem anderen Boden klappt… danke jedenfalls für dieses köstliche Rezept

    • admin sagte:

      Ich hoffe, der Nachbar macht seine Drohung nich wahr.. und die Kirschen bleiben in der Habacht – Stimmung :)
      Das Rezept für diesen Mürbeteig ( vor dem ich auch immer Respekt hatte), habe ich vor Jahren mal aus so einem typischen Oma – Kochbuch.. kein Schischi, keine Experimente. Und… er funktioniert immer!! :-)

      LG Tina

  2. Lisbeths sagte:

    Kiiiiiiiirschen!!!!! Knaller! Sieht göttlich aus und deine Nachbarn hätte ich gern {mitten in der Stadt;}

    happy Kirschenzeit

    Karin

  3. Juni Verse sagte:

    Liebe Tina, das sieht so gut aus – zum Reinbeißen!
    Ich glaube ich muss mir auch endlich mal so eine Tarteform zulegen. Hat deine einen Hebeboden?
    LG, Ni von JuNi

    • admin sagte:

      Liebe Ni,

      ich bin auch jahrelang drumrum geschlichen.. ich will sie aber nicht mehr missen :-)
      Und: Kaufe Tarteformen nieeeee ohne herausnehmbaren Boden.. macht alles soviel einfacher:-)

      Liebe Grüße
      Tina

  4. grain de sel sagte:

    Da mein Ex im gleichen *Städtle* auf die Schule ging, weiß ich sehr gut, wie zügellos es etwa zu *Peter und Paul* zugeht und noch die ein oder andere Kleinigkeit (derselbe wohnt übrigens jetzt in HH – nur so wegen der Überkreuzstellung ;). Sieht übrigens sehr sündig aus, dein Kirschkuchen mit Kirschen aus Nachbarsgarten…

    • admin sagte:

      Und da sag einer, das Internet ist unendlich groß :-)) Stimmt zu Peter und Paul ist hier die Hölle los.. am besten einfach mitten rein ins Getümmel und mitmachen oder über das Wochenende auswandern :-))

      Liebe Grüße
      Tina

  5. Theresa sagte:

    liebste Tina, also ich hätte da jetzt gerne ein Stückchen – und die besagte Tür gleich mit dazu! ;) Das sieht einfach herrlich lecker aus! Nur wo bekomme ich denn jetzt nur die Kirschen her, meine Nachbarn haben so was leider nicht in petto… klassisches Großstädterdilemma! ;) Zum Glück gibts Wochenmärkte und Bioläden! Hab es schön und genieße das Landleben!

    • admin sagte:

      Und manchmal… manchmal…. wünsche ich mir mehrere Wochenmärkte, mehrere Bioläden und einfach auch nur wieder Großstadt :-) Ob es da auch solche Türen gibt?? :-)

      Drück Dich und ganz viele liebe Grüße
      Tina

  6. Bonny sagte:

    Ich bin zur Zeit total im Mascarpone-Modus. Allein seit letzter Woche habe ich drei Mal mit Mascarpone gebacken. Hätte das Zeug nicht so abartig viele Kalorien, würde ich auch NOCH öfter während der Zubereitung rauslöffeln :D Gut, dass ich noch eine Packung im Kühlschrank stehen habe und gerade zwei Tage Urlaub in einem Haus mit Kirschbaum im Garten mache :D Wenn ich zurück komme, wird die Tarte gleich umgesetzt.

    Liebe Grüße
    Bonny

    • admin sagte:

      Stimmt, die fiesen kleinen Kalorienbiester erwähnen wir hier in dem Zusammenhang besser nicht- konzentrieren wir uns auf die gesunden Kirschen :-)) Ich bin gespannt, was du dazu sagst :-)

      Liebe Grüße
      Tina

  7. Britta sagte:

    Da wo die Erdbeeren Breschdling heißen :-) ich liebe Schwäbisch!

    Meine Kirschen hier sind leider schon durch und überreif, ich war mit dieser ersten Ernte auch etwas überrascht, weil so unendlich viel und schlecht vorbereitet… an viele komme ich auch gar nicht ran, weil der Baum einfach riesig ist.
    Naja, die Vögel fressen die Reste weg, auch gut.
    Der Kuchen sieht toll aus :-)

  8. Jens sagte:

    Das fällt für mich unter Genuss pur! Ich denke, dass werde ich mal für die Kollegen machen.
    Schön dass ich darauf gestoßen bin :-)

    Gruß,
    Jens

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