Prozentual gesehen habe ich ja den Hauptanteil meines Lebens bisher im Ländle zugebracht. Ziemlich lange bevor ich einen längeren Ausflug in Richtung Norden unternommen habe und auch jetzt wieder eine gefühlte kleine Ewigkeit danach. Es gibt also Dinge, die mich schon ziemlich lange in meinem Leben begleiten. Sei es real oder eben auch nur als Erinnerung. So ein Erinnerungs“stückle“ ist dieser schwäbische Rahmkuchen. Es gibt ihn bestimmt unter anderem Namen auch in anderen Teilen Deutschlands.. aber für mich sind es ganz spezielle und wohlgehütete Heimatmomente, die ich damit verbinde.

Es gab früher in dem Ort, in dem ich aufgewachsen bin, eine kleine, normale, bodenständige Handwerksbäckerei. In der es noch keine Pappbecher mit Kaffee to go oder mit Käse überbackene Gummilaugenstangen gab, das Wort Muffin hat, glaube ich, damals noch niemand gekannt (zumindest nicht der Bäckermeister) und ein Cheesecake war eben ein stinknormaler Käsekuchen und ein Käsekuchen stand meistens nur zusammen mit einem Apfelkuchen in der Auslage. Es gab keine Torten, höchstens mal eine Käse-Sahne auf Vorbestellung.
Aber Samstagsmorgens spielten sich genau in der Bäckerei Szenen ab, die jedem Cronut Hipster Laden in NY aber sowas von locker das Wasser reichen können. Die Polizeistreife holte sich morgens um 3:30 die ersten warmen Laugenbrötchen direkt aus der Backstube, ab 6.00 war der Laden geöffnet und die Menschenschlange um 7.00 ging schon fast um die nächste Häuserecke. Wenn man Glück hatte, konnte man telefonisch vorbestellen (in der Schlange stand man trotzdem) aber man konnte wenigstens sicher sein, etwas von den Samstagsspezialitäten abzubekommen. Ich habe nie wieder in meinem Leben so viele „Hefekränze“, Laugenweckle und eben… Rahmkuchen durch eine Bäckereitür getragen gesehen wie eben in dieser kleinen Bäckerei Samstags Morgens in einem  kleinen Städtle im Ländle..
Zimt, Hefe und Zuckergeruch wabernden die ganze Straße entlang.
Ich habe ca. 5-drölfzig Versuche unternommen um diesen glücklichmachenden Rahmkuchen zu kopieren.. needless to say, dass die Bäckerei samt Bäcker und Bäckeroma inzwischen längst Vergangenheit sind.. ich konnte also niemanden mehr „ausquetschen“
Und endlich habe ich es geschafft, es hat geklappt, er wurde zu meinem Papa zur Verkostung gebracht, der damals natürlich ebenso in diesem Laden „zugeschlagen“ hat, und er hat den Geschmacksnostalgietest bestanden… Hier ist er also, der „Bäckerei Fink“ Gedächtnis Rahmkuchen, der innerhalb von 2 Wochen jetzt schon ähhhhhmmmmm 3x gebacken wurde, die Nachbarn, Herrn Tausendschöns Kollegen, Papa die Zweite und natürlich ich.. konnten irgendwie nich aufhören :-)
Zutaten:
200 g Mehl
100 g Butter
1 Ei
70 g Puderzucker
Prise Salz
2 Becher Sauerrahm
1 Becher Schmand
1 Becher Sahne
1 Päckchen Vanillepuddingpulver
100 g Zucker
3 Eier (M)
Zucker/Zimt
Zubereitung:
Mehl, kalte Butter, Puderzucker und Ei mit einer Prise Salz zu einem glatten Mürbeteig verarbeiten. Diesen in Frischhaltefolie einpacken und ca. 30 Minuten im Kühlschrank kühlen. In der Zwischenzeit alle übrigen Zutaten (außer Zimtzucker) mischen und mit einem Schneebesen verrühren. Den Ofen auf 185C vorheizen.
Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und ausrollen. Vorsichtig in eine gefettete 26er Springform legen und die Ränder gleichmäßig nach oben ziehen. Den Boden mehrfach mit einer Gabel einstechen. Ich habe mir das Blindbacken gespart und die Füllung gleich auf dem Teig verteilt. Den Kuchen dann ca. 40-45 Minuten backen bis er goldbraun und fest wird. Am besten den Wackeltest machen.
Aus dem Ofen nehmen. Mit Zucker und Zimt bestreuen und in der Form vollständig abkühlen lassen.

12 Kommentare
  1. T von Enjoyment2go sagte:

    Hi Tina, Glückwunsch zum dritten Preis in der Kategorie "Bestes Foodfoto" !
    Mir gefällt Dein Blog und ich freue mich schon etwas von Dir nach zu backen.
    Wir befinden uns noch in den Anfängen unseres Blogs und sind noch nicht vertraut mit gegenseitigem Netzwerken. Wenn ich darf würde ich gern ein Rezept von Dir nachbacken und es dann auf unserem Blog veröffentlichen – selbstverständlich mit Referenz zu Dir und Deinem Blog. <3
    Magst Du mir verraten mit welcher kamera Du Deine Fotos machst?
    Mach weiter so…und weiterhin viel Spaß und Freude am Backen und Bloggen.

    Liebe Grüße T von Enjoyment2go. <3

    • admin sagte:

      Vielen lieben Dank <3
      Ohh, ich freu mich sehr, wenn ihr was von mir nachbacken wollt… bin sehr gespannt:-)
      Ich fotografiere mit einer Canon 700D und einem 50er Makro!

      LG Tina

  2. sabrinasue sagte:

    Lecker❤️ Da möchte ich mich glatt reinlegen;-) Bitte ein großes Stück freihaus nach Frankfurt;-) Ich setz dann schon mal ein Käffchen auf;-) Ganz liebe Grüße Sabrinasue alias sabrinasause;-)

  3. Kimi sagte:

    Oh liebe Tina,
    das sieht ganz toll aus. Und überhaupt machst du immer so tolle Bilder – zurecht gehörst auf das Treppchen für das beste Foodfoto! Herzlichen Glückwunsch!
    Liebste Grüße zu Dir!
    Kimi

  4. Peggy sagte:

    Liebe Tina,

    gestern habe ich deinen Rahmkuchen nachgebacken und heute mit ins Büro genommen. Alle waren sehr begeistert und haben gesagt wie gut der Kuchen schmeckt und die erste Kollegin hat mich schon nach dem Rezept gefragt :) Habe den Kuchen bestimmt nicht zum letzten mal gebacken.

    Liebe Grüße aus dem Rheinland Peggy

  5. Malte sagte:

    Dein Kuchen wurde mir heute auf meiner Facebookseite zum Nachbacken empfohlen und jetzt musste ich ihn mir mal anschauen und bin schon überzeugt, ich will ihn haben. :)

    Liebe Grüße
    Malte

  6. Petra sagte:

    Liebe Tina, das Rezept ist spitze und ich habe es für eine 36er Springform einfach verdoppelt :-) Mein Nachbar hat nur gemeint der schmeckt besser als beim Bäcker! Was will man mehr ;-) Der Geburtstag war gerettet! Danke

    • Tina sagte:

      Das ist ein irre tolles Kompliment! Vielen lieben Dank! Und es freut mich natürlich sehr, dass er geschmeckt hat <3

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