Im Kochtopf wird’s badisch! Badisches Schäufele Sandwich

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Auf die Idee einen Kochtopf einmal quer durch Deutschland zu schicken muss man erstmal kommen. Ihn dabei in ein Hartschalenköfferchen zu packen und von einem Foodverrückten zum nächsten zu schicken, setzt dem ganzen dann noch die Krone auf. Wer hat denn solche verrückten Ideen?? Wie?? Ein Traditionsunternehmen?? Ein Unternehmen, das schon jahrhundertlang existiert und zurecht zu den „Alltime-Klassikern“ in Deutschland gehört. Völlig strange, oder?? Hätte man da nicht eher erwartet, dass der Topf aus der Prime Serie von Zwilling ganz traditionell in irgendwelchen „Hausfrauenkochzeitschriften“ beworben wird. Schön frontal abgebildet, vielleicht noch mit den Hinweisen auf den tippitoppi Sandwichboden, dem leichten Reinigen und dem platzsparenden Stapelmodus. Nix da… Zwilling goes Foodblog. Und das ist auch gut so :-)

Ich finde die Idee, einen Topf auf eine Reise zu schicken und ihn dabei mit bundeslandtypischen Leckereien zu füllen einfach wunderbar. Noch wunderbarer finde ich allerdings, dass kein „normalen“ Köche die „Füllaufgabe“ übernehmen sondern Foodblogger – in jedem Bundesland einer. Wahrscheinlich haben die sich da in der Marketingabteilung gedacht, so verrückt können nur wir Foodblogger sein.. Kochtöpfe aus Samsonite Köfferchen packen, was leckeres kochen, dann noch fotografieren, das Ding wieder einzupacken (hey – gespült natürlich) und ihn zum nächsten zu schicken. Baden Württemberg ist die vierte Station auf der Rundreise. Baden-Württemberg bin ich. Aber davor war er auch schon richtig unterwegs – in Hessen, wo die Reise bei meiner lieben Andrea von Zimtkeks&Apfeltarte mit „Woihinkelsche“ begonnen hat. Zum Start und einer anderen Protagonistin dabei, komme ich später nochmal zurück. Nach Hessen kam Rheinland-Pfalz und damit die liebe Angela von Herzstückblog, die ihn mit leckeren „Herzdriggerte“ gefüllt hat. Nach der Pfalz ging es dann rüber ins scheeene Saarland. Da wos legger zum Ess gebt.. er machte Stopp bei meiner lieben Oli von Puhlskitchen. Oli ist für der Inbegriff der „kompletten“ tollen Köchin, unheimlich kreativ, aromenverliebt, experimentierfreudig und schon auf den großen Bühnen des Kochlebens unterwegs.. Die Küchenschlacht hat sie schon gerockt, bei den Topfgeldjägern war sie erfolgreich.. ein kulinarisches Tausendsassa, die auch noch sooo unheimlich nett und sympathisch ist – man muss sie einfach lieb haben. Irgendwann liebe Oli, schaffen wir es jetzt hoffentlich mal zu unserem zweiten Treffen, oder??
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So und jetzt zu der anderen Protagonistin, die ich euch vorhin schonmal angekündigt habe. Bei der feierlichen Kochtopfreiseneröffnung, die im Rahmen der Messe Ambiente in Frankfurt stattgefunden hat, wurde das „Töpfle“ von Cornelia Poletto an Andrea übergeben. Ich habe das Glück Cornelia vorher schon persönlich kennengelernt zu haben – wir haben in ihrer tollen Cuccina in Hamburg schon zusammen gekocht. Ok, wir haben es versucht, sie hat uns gesagt wie wir es am besten anstellen sollen, dass z.B. der biestige Pastateig nicht reisst, die Maronen mit einem Schuss Chartreuse nur noch besser werden und noch viel mehr. Es war ein wunderwunderschöner Abend! Und da stehen wir nun auf der Messe in Frankfurt plaudern so ein bißchen über landestypische Gerichte, rätseln was denn da so in den einzelnen Ländern gekocht werden wird und sie erzählt etwas von einem Hamburger Labskaus mal ganz anders. Also wirklich anders. Ich bekomme es jetzt nicht mehr auf die Reihe was genau da passiert ist, aber ich habe noch „Rote Beete Shot“ mit Kartoffelstroh und nochirgendwas im Ohr. Und dann war es passiert… ich wollte auch ein typisches badenwürttembergisches Gericht anders machen. Neu erfinden und mit den bekannten Komponenten spielen. So liebe Cornelia, du bist also schuld daran, dass mich jetzt irgendwelche badischen Traditionalisten beschimpfen und ich für immer und ewig aus der badischen Kochgilde ausgeschlossen werde.

Achso – badisch.. ja es dieses Mal etwas badisches geworden, nicht nur, weil jeder, der an Baden Württemberg und Kulinarik denkt, gleich mal Spätzle, Maultaschen, Rostbraten und ähnliches in den Ring wirft, sondern auch weil Herr Tausendschön ein Machtwort gesprochen hat und eindringlich darauf hingewiesen hat, dass ich schließlich immer noch im badischen Teil des Landes wohne und er von mir erwarten könne, dass ich auch dem mal Rechnung trage, schließlich sei er als Nordlicht ja nicht nur wegen der Spätzle hier runter gezogen :-))

Es gibt heute also Badisches Schäufele, gepökelte geräucherte Schweineschulter, die traditionell mit Kartoffelsalat und manchmal auch mit Sauerkraut serviert wird. Was ich aus Schäufele, Kartoffeln und Kraut gemacht habe… seht selbst!

Und jetzt packe ich den Topf wieder schön ein und schicke ihn weiter nach Bayern zu der lieben Sonja von Amor&Kartoffelsack und bin gespannt was es da Leckeres geben wird :-)
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400 g Schäufele – also geräucherte, gepökelte Schweineschulter

4 Pimentkörner
2 Lorbeerblätter
2 Gemüsezwiebeln
4 Scheiben Kartoffelbrot (wer es selber backen möchte, findet ein geniales Rezept bei Herzelieb)
1/2 kleinen Weißkohl
200 g Crème double
1–2 EL Weißweinessig
2 EL Rapsöl
Salz und Pfeffer
Zucker
1 kleine Kartoffel
3 EL grobkörnigen Senf
1/2 Bund Bärlauch
einige Stengel Estragon und Kerbel
1 TL Zitronensaft
2 EL Olivenöl

Zutatenliste auf englisch


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Das Schäufele abwaschen und trockentupfen. Zusammen mit den halbierten, ungeschälten Zwiebeln, dem Pimentkörnern und den Lorbeerblättern in einen Topf geben. Alles mit kalten Wasser aufgießen bis bedeckt. Danach bei mittlerer Hitze ca. 1-1,5 Stunden leicht simmern lassen (nicht kochen). Herausnehmen und zur Seite stellen. Inzwischen den Weißkohl vom Strunk entfernen und mit einem Messern in feine Streifen schneiden.

Crème double mit Essig und Öl vermischen, mit Salz, Pfeffer und Zucker würzen. Die Soße unter die Kohlstreifen  mengen, nach Belieben noch etwas Wasser zugeben. Den Salat abdecken und ziehen lassen, dabei gelegentlich durchrühren.

Die Kräuter waschen und trockentupfen und zusammen mit dem Senf, dem Zitronensaft und Salz Pfeffer in einem Blitzhacker fein hacken und alles gut mischen.

Die Kartoffel fein reiben und das Kartoffelstroh in reichlich Öl frittieren. Herausnehmen und auf einem Küchentuch verteilen um es zu entfetten.

Nun das Brot in etwas Olivenöl anrösten.

Krautsalat auf dem Brot verteilen, das Schäufele in dünne Scheiben schneiden und auf das Kraut geben. Jeweils 1-2 TL Senf darauf verteilen, mit Kartoffelstroh dekorieren.

Zubereitung auf englisch


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Tina

  • Amor&Kartoffelsack

    Oh Tina,

    das sieht ja köstlich aus.

    Und Schäufele wird hier in Nürnberg ja auch rauf und runter gegessen… aber nicht gepökelt, sondern gebacken ausm Backofen. Spannend!

    Freue mich schon auf den Kochtopf!

    Liebe Grüße, Sonja

    20/03/2016 at 8:54 Antworten

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