So sehr ich auch den Trubel der Großstadt vermisse, so sehr genieße ich das ländliche Leben mit all seinen Vorteilen.
Erst
kommen die lieben Nachbarn und bringen tonnenweise Äpfel und nun stand
ein Eimerchen mit Birnen vor der Haustür. Dumm nur, dass unsere Klingel
momentan kaputt ist….
Also in dem Fall dumm, weil ich mich dann nicht sofort bedanken konnte und meine Nachbarin das Blitzen in meinen Augen nicht gleich gesehen hat. Ansonsten ist so eine nichtfunktionierende Klingel garnicht sooo schlecht! Kein Paketdienst, der mal wieder bei mir klingelt, weil alle Nachbarn ausgeflogen sind, keine Zeugen Jehovas, die mich seit Jahrzehnten erfolglos zu bekehren versuchen, die Klingelstreiche der Nachbarskinder laufen auch ins Leere. Nur dumm, dass manche Leute doch unseren Schleichweg ums Haus auf unsere Terrasse kennen. Ist doch auch mal schön, wenn man mit Schlabberhose und bemehltem und bekleckertem T-Shirt auf der Terrasse bei einer kurzen Kaffeepause sitzt und schwupps steht der Vermieter samt dem Handwerker vor einem. Toll, der muss auch denken, dass ich vielleicht doch zur der Sorte gehöre, die auf der Couch in Feinripp den ganzen Tag Scripted Realityshows im TV glotze. Wie gut, dass das Mehl deutlich sichtbar auf dem T-Shirt war.. Obwohl… nachher denkt er noch.. ich konsumiere irgendein weißes Pülverchen.. Egal… :-)
Aber nun doch wieder zurück zu den Birnen aus Nachbarsgarten, die sich in dem Eimerchen vor der Tür, dessen Klingel….. ach ihr wißt schon…
Ich habe mich dazu entschieden, einen Teil davon in eine dunkle Masse umhüllt von dünnem Teig zu packen. Einem Schoko-Mohn-Strudel nach einem Rezept von Herrn Klink… also Vincent Klink, meinem Godfather aller deutschen Köche. Weil er eben „einfach“ gut ist, ohne zuviel Schischi, ohne hier noch eine Trockeneismassewolke aufsteigen zu lassen oder da noch mit der Pipette ein Elementarteilchen eines Mikroorganismus auf den Teller kullern zu lassen. Sondern weil er aus ganz normalen, guten Zutaten einfach geniale Sachen zaubert! Also kommen meine bodenständigen Birnen in einen bodenständigen Strudel!
 Zutaten:
1 Packung fertigen Strudelteig
2 Eier
1 TL Vanilleextrakt
200 g Zucker
220 ml Milch
1 EL Mehl
1 TL abgeriebene Zitronenschale
60 g weiche Butter
200 g gemahlenen Mohn
2 Birnen
100 g gute dunkle Schokolade
Puderzucker
Zubereitung ( entweder 1 großer Strudel oder 4-5 kleiner Bonbons):
Die Eier trennen. Die Eigelbe mit 150 g Zucker in der Küchenmaschine sehr schaumig schlagen. Die Milch erwärmen. Mehl, Zitronenschale, Butter und Vanilleextrakt und die Eigelb-Zucker-Mischung dazugeben. Gut umrühren und unter ständigem Rühren kurz aufkochen lassen. Nun den Mohn einrieseln lassen und nochmals unter Rühren aufkochen lassen. Vom Herd nehmen und vollständig abkühlen lassen. Inzwischen die Birnen schälen, vierteln und entkernen. Eine Birne kleinraspeln und die andere in kleine Stücke schneiden. Beides unter die kalte Mohnmasse rühren. Die Schokolade fein hacken und ebenfalls unter die Masse heben. Die Eiweiße mit dem restlichen Zucker steif schlagen und unterheben.
Den Backofen auf 180C Umluft vorheizen.
Nun jeweils ca. 3-4 Strudelblätter auf einem feuchten Geschirrtuch zu einem Rechteck auslegen und mit etwas flüssiger Butter bepinseln und mit der Mohnmasse bestreichen. Die Ränder freilassen, damit die Füllung nicht so herausquellen kann. Nun mit Hilfe des Geschirrtuchs aufrollen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen. Die Ränder etwas verzwirbeln und ein Bonbon daraus formen. Ich habe noch etwas Garn um die Enden gewickelt, damit es auch sicher fest hält.
Die Pakete nochmals mit flüssiger Butter bestreichen und bei 160C Umluft ca 35-40 Minuten goldgelb backen. Mit Puderzucker bestreuen!

10 Kommentare
  1. Tonkabohne Sabine sagte:

    Liebe Tina,
    Was für wunderschöne Aufnahmen, köstlich sehen Deine Strudelbonbons aus :-)
    Bei uns gibt es auch einen Schleichweg auf die Terrasse, ich mag das gar nicht wenn gewissen Leute die Hintertür nehmen.
    Herzliche Grüsse,
    Sabine

  2. SelbstgemachteDinge sagte:

    Liebe Tina,
    dein Rezept kommt wie gerufen. Ich hab nämlich noch Mohn der verarbeitet werden muss und am Wochenende machen wir einen Südtiroler Abend, andem noch ein leckerer Nachtisch fehlt. Das passt doch perfekt, oder?
    Herzlichen Dank dafür und auch an deine liebe Nachbarin die dir die Birnen vor die Haustür gestellt hat und du sie somit verarbeiten durftest.
    Ganz liebe Grüße,
    Manuela

  3. Monika Thiede sagte:

    Bei dem ersten Foto dachte ich spontan: Strudel im Schnee…es hat was von Winter… kannst du also auch noch im Januar posten ;-) . Schoki ist ja immer gut und deshalb habe ich das Rezept sofort abgespeichert. Ich sehr gerne mehr von dir nachbacken, aber wer bitte soll das alles essen? :-D.
    Liebe Grüße
    Monika

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