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Von meinem badisch – schwäbischen Zwiespalt habe ich euch ja schonmal erzählt, oder? Also ich drehe mir ja die Herkunft gerne so hin, wie es mir grade „widdewitt“ gefällt. Meine eine Oma ist Schwäbin, also so richtig, geboren bin ich in Baden, gewohnt habe ich in beiden „Ländern“, manchmal, wenn alle auf die “ eigenartigen“ Eigenschaften der Schwaben, wie “ Bruddlen, Kehrwochenverliebtheit, Starrsinn etc.“ schimpfen, bin ich natürlich durch und durch „Badnerin“, wenn es um Fussball geht, da schlägt mein Herz sowas von rot-weiß – jung – wild, da kann ich schonmal ganz fussballladylike gegen den komischen blau-weißen Club in der Nachbarschaft „pöbeln“, also bin ich wieder Schwäbin, geht es um die frankophile Lebensart der Badner (kein Wunder bei der Nähe zu Frankreich), so ist diese natürlich tausendmal „herzeigbarer“ als die eigenbrötlerischen “ I komm von dr Alb ra“ Genossen.. ach ich konnte meinen Wankelmut noch an so vielen Beispielen belegen.
 
 
Und um euch jetzt ganzundgar in meinen verwirrten Gemütszustand also meiner Identitätskrise einzuweihen, es gibt da auch.. aber das wißt ihr ja bereits, noch Blut aus dem Nachbarland in meinen Adern.. ganz krass, oder, also ob ich mit diesem Baden-Schwaben Ding nicht schon genug zu tun habe, kommen jetzt da auch noch die Öschis ins Spiel. Ich weiß also garnichts mehr… und suche jetzt bei einer Portion Kässpätzle, Kasspatzn oder auch wie die Norddeutschen zu sagen pflegen Nudeln (ganz ehrlich, das musste ich mir in Hamburg anhören) mal nach meinem wahren ICH!
Zutaten für 4 Personen:
500 g Mehl
5 Eier
Prise Muskat
1 TL Salz
300 ml Wasser
1/2 Wirsing
etwas Butter
1 Zwiebel
200 g Bergkäse ( ich habe Original Hittisauer Bergkäse genommen, extra von meinen Eltern direkt aus dem Urlaub importiert)
Zubereitung:
Mehl, Eier, Wasser, Muskat und Salz verrühren. Alles gut „durchschlagen“ bis der Teig Blasen wirft. (ich habe von meiner Oma gelernt, dass man dies am besten mit einem Holzlöffel per Hand macht und nicht mit der Küchenmaschine). Also Armmuskeltraining an! Den Teig ca. 10 Minuten ruhen lassen und danach nochmals kurz durchschlagen. Nun kommt der „tricky“ Teil des Ganzen: Ich habe handgeschabte Spätzle gemacht, also ganz originalgetreu, man kann aber natürlich auch einen Spätzlehobel, eine Spätzlepresse etc. verwenden. Nun also das Spätzlebrett. Ein Holzbrett mit einer abgeschrägten Kante vorne gut anfeuchten und eine Portion des Teigs darauf streichen. Salzwasser in einem ausreichend großen Topf zum Kochen bringen. Nun mit einem Spätzlesmesser (also ein möglichst stumpfes, mit einer glatten Klinge ausgestattetes Messer) oder einem Schaber die Spätzle vorne über die Kante in das kochende Wasser schaben. Ca. 2-3 Minuten köcheln lassen und danach mit einer Schaumkelle herausnehmen und auf ein mit Butter bestrichenes Backblech, Auflaufform etc. verteilen. Kurz mit der Butter vermischen, damit die Spätzle nicht aneinander kleben. Diese Prozedur solange wiederholen bis der ganze Teig aufgebraucht ist. Nun die Wirsingblätter in schmale Streifen schneiden und den harten Mittelstrunk herausschneiden. Kurz in etwas Salzwasser blanchieren und abtropfen lassen. Den Käse reiben. Jetzt abwechselnd die Spätzle, den Wirsing und den Käse in einer Aufflaufform, Schüssel, Pfanne schichten und im vorgeheizten Backofen erhitzen bis der Käse komplett geschmolzen ist. Wer mag, kann noch angeschmelzte Zwiebelringe darübergeben.Mit frischgemahlenem Pfeffer und etwas Salz bestreuen. Fertig!
Sooo, und weil diese Spätzle und ich ja sozusagen internationales, also badisches, schwäbisches und österreichisches Blut haben.. Schicke ich diese Spätzle, Spatzn, Knöpfle gerne zu Zorras „Typisch Österreich Event“ und freue mich unter Nockerln, Knödln und allerlei Gselchtem zu sein :-)
Blog-Event CV - Typisch Österreich - Typisch Salzburg (Einsendeschluss 15. Februar 2015)

4 Kommentare
  1. Tanja Foodistas sagte:

    Wenn bei deiner Identitätskrise immer so tolle Rezepte herum kommen, bin ich total begeistert. Allerdings finde ich es auch total interessant wie sich traditionelle Rezepte mit unterschiedlichen Einflüssen mischen, ob nun badisch oder schwäbisch. Mir als Norddeutsche ist da eher die Sympathie auf anderer Ebene als der Herkunft wichtig ;-)

  2. Gabi sagte:

    Liebe Tina,
    zum ersten Mal wurd ich angelockt…von deinem Wirsing-Spatzen!
    Ich sah die Überschrift, die wunderschönen Bilder….und dann konnt ich *es* fast schon schmecken!
    Danke für dein Rezept!
    Schönes Wochenende und liebe Grüße….auch aus Norddeutschland ;o)
    Gabi

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